Rehabilitation

Am Überregionalen Förderzentrum SEHEN gibt es folgende Rehabilitationsangebote:
  1. Orientierung und Mobilität
  2. Lebenspraktische Fertigkeiten und Kommunikation
  3. Low Vision

Besonderheiten der beiden Unterrichtsfächer Orientierung und Mobilität und Lebenspraktische Fertigkeiten und Kommunikation (LPF)

Blinde und hochgradig sehbehinderte Schüler erhalten diesen Unterricht, der stets als Einzelunterricht stattfindet und von ausgebildeten Rehabilitationslehrern für O&M und LPF durchgeführt wird. Die Unterrichtsinhalte sind von den Fähigkeiten und Fertigkeiten des jeweiligen Schülers abhängig, deshalb gibt es auch keine Zensuren.

Im Unterricht werden Methoden und Hilfen angeboten, die es dem sehbehinderten bzw. blinden Kind erlauben, den Alltag sicherer und selbständiger zu bewältigen.

Ziel des Unterrichts ist die soziale Integration durch Unterstützung der Selbständigkeit und Förderung der Persönlichkeitsentfaltung.

Grundlagen in der Orientierung und Mobilität

  • sehende Begleitung
  • Förderung der Sinneswahrnehmung
  • Körperschutztechniken
  • Stocktraining
  • Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
  • Hilfsmittelberatung
Jugendlicher beim Mobilitätsunterricht in den Straßen Neuklosters

Bereiche der Lebenspraktische Fertigkeiten und Kommunikation

  • allgemeine lebenspraktische Fertigkeiten
  • An- und Ausziehen
  • Handarbeit
  • Haushalt
  • Kleiderpflege
  • Körperpflege
  • Nahrungsaufnahme
  • Nahrungszubereitung
  • Ordnungsprinzipien
  • Punktschrift
  • Hilfsmittelberatung

           Ein Junge beim Bratwurstschneiden im LPF-Unterricht                      tl_files/lsbs2012/content/img/rehabilitation/lpf01.JPG

Blinde Schülerin kocht auf einem Ceranfeld

Low Vision - Ziele und Aufgaben

Low Vision ist weniger die Beschreibung eines Zustandes als eine Aufgabe. Low Vision heißt: Erziehung zum Sehen und sinnvolle Nutzung auch des geringsten Sehvermögens, unabhängig von gesetzlichen, pädagogischen oder medizinischen Definitionen.

Um ein zielgerichtetes Sehtraining durchzuführen, muss zunächst im Rahmen der Diagnostik das funktionale Sehen überprüft werden.

Daraus resultieren die individuell unterschiedlichen Ziele und Aufgaben des Low-Vision-Trainings.

Unter Low-Vision-Training versteht man Maßnahmen, die die Entwicklung von einer bestimmten Sehleistung und/oder eine bessere Ausnutzung des vorhandenen Sehrestes zum Ziel haben. Damit kann eine Verbesserung der Sehleistung erreicht werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Wahrnehmungsförderung
  • Erziehung zum Sehen
  • Interesse an visuellen Informationen wecken
  • Nutzung auch des geringsten Sehvermögens
  • Visus gesteuerte Bewegungen trainieren
  • Beobachten und Vergleichen schulen
  • systematisches Vorgehen erlernen
  • optische und elektronische Hilfsmittel auswählen und richtig einsetzen
  • sich selbst optimale Bedingungen durch Beleuchtung und geeignete Arbeitsmaterialien schaffen
  • einen auf die individuellen Bedürfnisse angepassten Arbeitsplatz einrichten
  • Spaß am Sehen finden